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20 July 2014 @ 07:38 pm
Psychologie Voraussetzungen  
[ | mood: cranky // übel gelaunt ]


Psychologie, warum sollte man eigentlich Psychologie studieren? Wenn ihr euch diese Frage nie gestellt habt, die Antwort eigentlich klar ist, dann seid ihr vermutlich goldrichtig. Sie liegt irgendwo zwischen ich bin viel zu neugierig und stecke meine Nase in alles, was mich nichts angeht und dem typischen „ich will Menschen helfen“-Syndrom.

Was müsst ihr können?

Englisch – kein Witz: Wir lesen englische Fachartikel, inklusive Fachwörter von denen ihr weder im Deutschen, noch im Englischen je gehört habt. Wenn es an Grundlagen fehlt wird es garantiert schwierig. Nicht unbedingt in Vorlesungen und Prüfungen, aber alles das mit wissenschaftlicher Arbeit zu tun hat, Forschung, Seminararbeiten, die Bachelorarbeit, dazu benötigt man einfach aktuelle Artikel und die sind in englischer Sprache am häufigsten vertreten.

Mathe: Aller überbetonen Mathe, finde ich. Stochastik war schon ein interessantes Thema im Abi und lag mir auch gut (ich betone GUT, nicht sehr gut). Dieses Thema war der Statistik am Ähnlichsten, auch Grundlagen wir das Formeln umstellen sind garantiert gefragt, ABER man fängt bei der Statistik von vorne an, mit den Grundbegriffen und arbeitet sich ganz neu in die Thematik ein. Wer eine Vorliebe für alles mathematische hat wird wahrscheinlich besser damit klar kommen, aber auch ohne diese Liebe habe ich mich durchgemogelt. Statistik ist interessant, aber hat nur dann Spaß gemacht, wenn man auch entsprechende Erfolge erzielt (richtiges Rechenergebnis, Verständnis, sinnvolle Aussagen über Forschungsergebnisse, etc.). Daher braucht man vor allem:

Durchhaltevermögen – Übung, Übung, Übung, Übung macht den Meister!

Ein breit gefächertes Interesse: Die Psychologie arbeitet mit vielen anderen Disziplinen zusammen. Mit Soziologie, BWL, Biologie, Pädagogik, Mathematik, Physik. Alles kommt so ein Hauch vor.

Biologie: Das kommt oft zu kurz in Beschreibungen finde ich. Bio ist ein großer Teilbereich der Psychologie. Quer- und Längsschnitte durchs Gehirn. Aus was besteht unser Nervensystem? Wie werden Informationen übermittelt? Welche Botenstoffe gibt es? Was bewirken Hormone? Wie funktioniert das Sehen?
Diese biologischen Themen kommen nicht nur in Biopsychologie Vorlesungen und Seminaren, sondern auch in allem vor dem ein Neuro hängt, in der allgemeinen Psychologie und immer wieder vor, wenn es um’s Denken geht.

Fleiß / Ehrgeiz: Eine Vorliebe dafür Wissen aufzusaugen, Besserzuwissen. Ich meine ihr müsst wahrscheinlich sowieso eine kleine Hermine sein, wenn ihr daran denkt Psychologie zu studieren. Wenn man diesen Drang verspürt Besser zu sein, nicht nur das eigene Wissen zu erweitern, sondern auch besser als der Student links und rechts von euch zu sein, dann könnt ihr es schaffen euch auch auf die schlimmste Prüfung vorzubereiten.

Auswendig Lernen: Wenn ihr euch vorher schon schwer getan habt für das Abitur ein paar Seiten auswendig zu lernen wartet nur ab. Die Unterlagen für eine Prüfung füllten bei mir mindestens einen großen Ordner. Das war der Stoff von zwei Semestern. Die muss man dann nach und nach detailliert ins Gedächtnis hämmern. Manchmal sind’s auch Bücher, oder Artikel - faktisch müsst ihr aber so gut wie immer auswendig lernen, weil das reine „Verstehen“ nicht reicht- egal wie oft Professoren das Gegenteil beteuern. In den Prüfungen kommt dann doch ein Lückentext, eine Definition oder Multiple Choice Fragen bei denen ein Wort über das Richtig oder Falsch entscheidet.

Selbstständigkeit: Euer Studium wird euch im ersten Moment traumhaft vorkommen. Ihr habt so viel Zeit wie nie, Freitags hatte ich beispielsweise nie Vorlesungen oder Seminare. Nicht mal in der Schulzeit hatte ich so viel Ferien und Freizeit. Partys, Partys, Partys – am Wochenende? Von wegen! Im Studium starten die schon donnerstags, denn manche wollen am Wochenende darauf ja in die Heimat pendeln. Wie auch immer, von euch wird erwartet, dass ihr eure Zeit selbst einteilt. Ihr müsst eure Praktika selbst plannen, selbst zusehen ob ihr einen Nebenjob unterkriegt, wo ihr wohnt, wie ihr das finanziert. Und nach dem ersten Semester werdet ihr schnell kapieren, dass sich das Arbeitspensum steigert. Klar hab ihr ein langes Wochenende, ihr braucht es um Vorlesungen, die ihr nicht ganz verstanden habt nachzubereiten, um Artikel und Fachbücher zu lesen, von denen Professoren erwarten, dass ihr sie in der Freizeit durcharbeitet, um für die Vorlesung vorbereitet zu sein. Und je mehr Prüfungen ihr nach hinten schiebt, desto mehr Arbeit habt ihr später, desto wahrscheinlicht wird es, dass ihr länger studiert. Kein Drama, die NCs steigen nur jedes Jahr ;)

Flexibilität: Seid ihr organisiert? Plant ihr gerne voraus? Gewöhnt euch das schnell ab!
Im Studienalltag werden all eure Pläne zu über 60% wieder über den Haufen geworfen. Das klingt verbittert, ist aber wirklich so. Vor Prüfungen ist es durchaus vorteilhaft, wenn man nicht erst 2 Wochen vor der Prüfung an Vorbereitung denkt und dann Tag und Nacht alles in sich reinprügeln muss. ABER euer Studenplan steht frühstens eine Woche NACHDEM das Semester begonnen hat. Da könnt ihr planen so viel ihr wollt. Wenn Seminare verlost werden - Zufall - wenn die Anmeldungen erst kurz vor Semesterstart öffnen und dann innerhalb von einer Stunde
alles voll ist - Pech - wenn die Seminare und Vorlesungen schlecht geplant wurden und sich überlappen - Pech.
Ich gehe davon aus, dass jeder weiß, dass ein guter Abiturschnitt / NC notwendig ist, um einen Studienplatz zu ergattern, aber mit dem Erreichen eines Bachelorabschlusses ist es auch nicht "geschafft". Wenn der BachelorNC nicht zwischen 1,0 und 1,4 liegt, habt ihr zurzeit keine Garantie auf einen Masterplatz. Dann heißt es wieder hoffen und warten und gegebenenfalls das nehmen, was sich anbietet. Das heißt andere Stadt, andere Freunde, andere Wohnung, anderer Job. Und wenn man erst über das Nachrückverfahren einen Platz erhält, dann wird das unter Umständen eine sehr spontane und knappe Umplanung der Zukunft.
Über ein Semester könnt ihr so gut wie nie voraus planen, jedes Halbjahr kann sich der Stundenplan ändern. In den Semesterferien können Prüfungen auch mal umgelegt werden. Mit solchen spontanen Aktionen muss man manchmal rechnen, obwohl ich mit Klausuren immer Glück hatte. Flexibilität ist auf jeden Fall eine wichtige Voraussetzung.

Okay, so viel dazu. Das war mein höchst subjektiver Ratgeber für alle die Psychologie studieren wollen.