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25 April 2014 @ 05:49 pm
Lost Letters - everyone  
[ | mood: depressed // depremiert ]


Hallo zusammen,

ist nicht leicht die Frage „Wie geht es dir?“ zu beantworten, wenn niemand die Wahrheit hören will. Wie könnten sie auch? Niemand kann mir wirklich helfen in meiner Situation, niemand kann meine Gefühle ändern. Aber es geht mir nicht gut. Ich bin nicht okay.

Wie könnt ihr das glauben?

Nach allem was passiert ist?

Nachdem alle meine Pläne mit einem Mal über den Haufen geworfen wurden und ich alles was mir lieb und wichtig war verloren habe.
Es ist nicht mal so, als wäre ein riesiges Loch in mein Leben gerissen worden, es ist viel mehr so, als hätte man mich gepackt und aus meinem Leben, aus meinem Hintergrundbild gerissen und in ein leeres, pechschwarzes Nichts geworfen. Und da stand ich also und musste mir aus dem Nichts so was wie ein neues Leben schaffen. Ein neues Zuhause finden, neue Freunde finden, neue Ansprechpartner, neue Zukunftspläne. Es ist doch nicht so, als ob alles wieder okay wäre, weil sich ein paar Puzzleteile gefunden haben. Ich stehe doch immer noch auf diesem riesigen, scheiß Haufen Nichts.

Mir fehlt alles, mir fehlt so viel.

Vor allem fehlt mir der Glaube, dass irgendwas in meinem Leben „sicher“ ist, dass ich nicht jederzeit wieder ohne alles da stehen werde. Es fehlt mir die Kraft zu hoffen, die Kraft irgendwas zu planen.

Es fiel mir schon immer schwer Menschen in mein Leben treten zu lassen, weil Menschen sehr verletzen können. In der Kindheit habe ich kaum andere Erfahrungen gemacht außer der, dass andere abweisend und verletzend sind. Aber ich hab zwei sehr besondere Menschen gefunden, um die ich mein Leben aufgebaut habe, mit denen ich mein Leben aufgebaut habe. Eine war meine beste Freundin. Die zweite Person hat mich gelehrt selbstbewusst zu sein, hat mir mehr zugetraut als ich mir selbst. Und ich wusste mit ihm zusammen kann ich alles schaffen. Das war doch nicht nur ein Traum. Und doch wirkt es jetzt wie das Leben meines ICHs in einer anderen Realität, in einem anderen Leben. Wie eine Geschichte. Nichts davon ist mehr real.

Wo ist das alles hin? Wer bin ich überhaupt noch?

Ja mag sein, dass ich im Alltag einen Job habe, der mich an einigen Tagen beschäftigt, mag sein dass ich mich um mein Studium kümmern muss. Mag sein, dass ich neue Menschen kennen lerne. Auch besondere Menschen, die mir Freude bringen. Aber das ändert doch nichts daran, dass mein Hintergrundbild fehlt.
Egal ob Gut oder Schlecht, ich hatte immer jemanden, an den ich mich wenden konnte. Nun habe ich beide „verloren“, nicht weil sie gestorben sind, sondern weil sich alles verändert hat. Manchmal ändern sich Menschen, manchmal die Beziehung zu Menschen, manchmal ändert man sich selbst. Ich habe ihm nie geglaubt, dass ich mich mal verändern würde. Dass ich aufhören könnte ICH zu sein. Und jetzt erkenne ich mich nicht wieder.

Eigentlich erkenne ich nichts in meinem Leben wieder.

Ich wünschte jemand würde verstehen, dass es mir nicht gut geht. Nicht fragen: Warum? Nicht die Aussage „Mir geht es nicht gut“ als Aufforderung verstehen, es bessern zu müssen.
Es ist niemandes Schuld wie ich mich gerade fühle – außer vielleicht meine eigene. Aber es ist eure Schuld mir das Gefühl zu geben nicht traurig sein zu dürfen. Dass ich nicht das Recht darauf habe am Boden zerstört zu sein. Ein bisschen oder sogar sehr viel kaputt zu sein. Und einfach auch aufzugeben..

Ich kann es nicht verstehen, wenn jemand sagt: Genieße doch einfach den Moment, liebe dein Leben. Das ist in etwa so wie jemanden mit Beinbruch anzuspornen einfach joggen zu gehen.

Nein. Es geht mir nicht gut. Und ich bin nicht okay. Und vielleicht wird das auch noch eine ganze Weile so sein. Und wenn ich mich noch eintausend oder zehntausend Nächte in den Schlaf weine.. So what? Ihr könnt es unmöglich ändern!

Ich wünschte nur jemand würde verstehen und DA sein, statt das Problem kurzfristig lösen zu wollen und auf mich einzureden, bis ich ein „ist okay, mir geht’s gut“ fälsche und die Person nicht wieder darauf anspreche.

Over and Out.